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Christine Lauterburg
Dancefloor-Folk


Christine Lauterburg, die Sängerin und Schauspielerin aus Bern, macht Volksmusik! Sie jodelt, genauer gesagt: sie "jutzt". Jutz - das ist der Vorläufer des Jodelns, quasi das archaische Jodeln, das sehr stark in Richtung Schreien geht und viel mit dem übergang zur Kopfstimme arbeitet. Diese altertümliche Art und Weise des Musikverständnisses kombiniert Lauterburg sehr respektvoll und vorsichtig mit Dancefloor-Grooves. Das Ganze geht dann in Richtung Trance und Ambient mit Ethno-Sound. Wenn man dann ganz genau hinhört, fühlt man sich auf die Alm versetzt, wo die Kuhglocken klimpern, der Almöhi mit seiner Maultrommel spielt und wo dieses (für mich leider fast gänzlich unverständliche) "Schwitzer Dütsch" zu hören ist, gleichzeitig aber scheinbar tropische Vögel, ich glaub' es sind Flamingos, herumkrähen. Es könnte natürlich auch eine Albatros-Herde sein, denn darum geht's in "Albatros" (Track 5), doch auch in dieser Vogelsprache bin ich nicht so sehr bewandert. Eigentlich handelt es sich bei jedem einzelnen Song um ein eigenes kleines Hörspiel, das sich nicht so sehr des Textes, denn Klängen und Geräuschen bedient. Beeindruckend, wie vermutliches "Schuhplattlern" mit afrikanischem Groove korrespondiert, orientalische Klangpassagen einfließen, der chinesische Tempelgong Akzente setzt und der vielen Beispiele mehr. Gesanglich erinnern mich einige Passagen deutlich an indianische Gesänge, wie sie Buffy St. Marie vor grob drei Jahren bearbeitet hat.
"Echo Der Zeit" nimmt einen mit auf eine Reise, auf der es viel zu entdecken gibt. Und wenn der Jodelkönig Adolf Stähli dieses Werk beschimpft, "dies sei eine Sauerei und ein hässlicher Eingriff in seine Jodeltradition", dann spricht das nur für Christine Lauterburg.
 
OHR
 
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